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Vom Leben der Spermien

Schon gewusst, dass Spermien es gerne „kühl“ haben? Oder dass sie im Badewasser nach wenigen Sekunden absterben, im Körper der Frau aber tagelang überleben können? Tja, das Leben der Spermien ist ganz schön kompliziert.

Es braucht ganz spezielle Bedingungen, damit die männlichen Spermien wachsen und überleben können. Da ist zum Beispiel die Temperatur. Spermien bilden sich nur bei einer Temperatur, die etwas unterhalb der normalen Körpertemperatur liegt, also bei etwa 35° Celsius. Deshalb liegen die Hoden – wo die Spermien gebildet werden – etwas „außerhalb“ des Körpers.
Und so wird dafür gesorgt, dass die Temperatur stets gleichmäßig bleibt: bei niederen Temperaturen spannen sich die Muskeln des Hodensackes an, die Hoden werden an den Körper herangezogen und gewärmt. Bei höheren Temperaturen ist es umgekehrt, die Muskeln des Hodensackes dehnen sich aus, die Hoden werden etwas entfernt gehalten und gekühlt. Dieser Vorgang lässt sich bei einer heißen oder eiskalten Dusche gut beobachten.
Stimmt die Temperatur in den Hoden nicht, so bilden sich weniger Spermien oder sie werden zerstört.

Was passiert, wenn die Spermien den männlichen Körper verlassen?

Nach einem Samenerguss hängt die Überlebensdauer und damit die Befruchtungsfähigkeit der Samenzellen davon ab, wo sie sich aufhalten und welche Bedingungen sie vorfinden.

An der Luft wird die Überlebensdauer unter anderem davon bestimmt, wie schnell die Samenflüssigkeit eintrocknet. Solange die Spermien noch durch genügend feuchte Samenflüssigkeit geschützt sind, können sie auch außerhalb des Körpers mehrere Stunden überleben und befruchtungsfähig bleiben. Wenn man zum Beispiel noch feuchtes Sperma an den Fingern hat und damit den Scheideneingang berührt oder der Junge nach einem Samenerguss in die Scheide eindringt, können diese kleinen Tropfen Samenflüssigkeit für eine Schwangerschaft ausreichen.

Auf saugfähigen Stoffen wie zum Beispiel Kleidung, Handtuch oder Bettwäsche, trocknet die Samenflüssigkeit hingegen schon nach wenigen Minuten ein und die Spermien sterben ab. Auf der warmen Körperhaut dauert das Eintrocknen etwas länger, aber auch hier sind die Spermien nach dem Eintrocknen abgestorben.

Wenn Spermien direkt ins Wasser und erst recht ins Seifenwasser gelangen, sterben sie schon nach wenigen Sekunden ab. Aber Achtung: hier ist nicht ungeschützter Geschlechtsverkehr im Wasser gemeint! Dieser kann zu einer Schwangerschaft führen!

Wie lange überleben Spermien im weiblichen Körper?

Im weiblichen Körper sind die Überlebenschancen der Spermien unterschiedlich. Hier kommt es auf den Säurewert (PH-Wert) der Scheide an, der sich im Laufe des Zyklus des Mädchens bzw. der Frau verändert. Zur Zeit wo kein Eisprung stattfindet, ist der Säurewert ungünstig und die Spermien überleben nur wenige Minuten. Einige Tage vor dem Eisprung entwickelt sich in der Scheide aber ein Schleim, der den idealen Säurewert hat und die Spermien überleben lässt. Haben die Spermien diesen Schleim durchdrungen, gelangen sie in die Gebärmutter und von dort weiter in die Eileiter. Hier können sie drei bis sieben Tage auf eine Eizelle warten und diese dann befruchten.

Und gerade weil das Leben der Spermien so kompliziert ist, ist es ratsam, immer zu verhüten, wenn ein Paar nicht bewusst ein Kind zeugen will.