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Ausgelacht und ausgegrenzt

Von der Klasse ausgelacht, im Schulhof verspottet, beim Turnen nie in eine Mannschaft gewählt, bei Partys immer im Abseits ... Wer schon einmal ein Außenseiter war, weiß wie unangenehm es ist, ausgegrenzt zu werden.

Zum Außenseiter abgestempelt zu werden, kann jedem passieren, man muss selbst oft gar nichts dazu beitragen. Denn egal, ob Pickel im Gesicht, beste Noten, die "falsche" Kleidung, eine Behinderung oder eine andere Nationalität, alles wird als Grund für ein Vorurteil oder einen Ausschluss missbraucht. Die Betroffenen leiden darunter, viele beginnen an sich zu zweifeln und denken: „Wenn mich alle so behandeln, dann muss an mir wohl etwas nicht stimmen.“ Diese Zweifel verfestigen die Außenseiterposition meistens noch mehr.

Sich zu wehren fällt den betroffenen Jugendlichen schwer. Sie sind nicht geübt darin, denn meistens wird ihnen beigebracht, in ungerechten Situationen am besten klein beizugeben. Es fehlt ihnen das Bewusstsein dafür, dass jeder das Recht hat, mit Respekt behandelt zu werden, dass jeder das Recht hat, Freude und Glück zu erfahren, dass jeder das Recht hat, erfolgreich zu sein, dass jeder das Recht hat, unabhängig zu sein und in Ruhe gelassen zu werden UND dass jeder das Recht hat, sich (mit Würde) gegen Aggressionen zu wehren.

In der Gruppe ist man stark

Wenn du selbst Außenseiter bist, dann kannst du verschiedene Strategien ausprobieren, um aus deiner Rolle herauszukommen.
Es kann hilfreich sein, wenn du dir einmal anschaust, wie Gruppen (auch) funktionieren: Fast jede Gruppe sucht sich ihren Sündenbock, auf den sie alles abladen kann. In der Gruppe ist man stark. Solange jemand da ist, den man gemeinsam fertig machen kann, fühlt man sich mächtig und überlegen. Und vor allem gerät man selbst nicht in die Schusslinie. Man lästert lieber über einen anderen, als dass man selbst ausgelacht und ausgegrenzt wird.

Wie man andere Menschen behandelt, hat viel damit zu tun, wie man mit sich selbst zurechtkommt. Wer einer Gruppe angehört, die andere bewusst ausschließt, ignoriert oder ablehnt, hat meistens eine tiefe innere Angst davor, selbst überhaupt nichts zu bedeuten.

Du bist kein Verlierer

Wenn du also ausgegrenzt wirst, dann mach dir bewusst, dass du nicht der Verlierer bist, zu dem die anderen dich machen. Je genauer du die Situation beobachtest, desto mehr wirst du sehen, dass alle anderen ebenfalls ihre „Schwächen“ haben. Nur gelingt es ihnen besser, sie mit ihrem coolen Getue und im Schutz der Gruppe zu überspielen.

Eine weitere Strategie, die dir helfen kann, an deiner Außenseiterposition etwas zu verändern, ist, wenn du versuchst Folgendes herauszufinden: Wer sind die Anführer, wenn es darum geht, dich schlecht zu machen? Wer sind die Mitläufer? Wer hält sich zurück?

In jeder Gruppe gibt es einige, die es eigentlich nicht gut finden, was da abläuft. Sie sind aber still, weil sie eben Angst haben, selbst zum Außenseiter zu werden. Zu ihnen solltest du Kontakt aufnehmen, zum Beispiel indem du Interesse an ihren Gesprächen zeigst, Fragen stellst und die eigene Meinung sagst. Es ist dabei nicht nötig, dass du dich einschmeichelst. Es geht darum, den anderen die Chance zu geben, dich besser kennen zu lernen.

Gib dir Zeit

Wenn du dir immer wieder Sprüche auf deine Kosten anhören musst, dann kannst du den anderen einmal den Wind aus den Segeln nehmen, indem du zurück „schlägst“. Zum Beispiel könntest du sagen: „Also dein Leben muss ganz schön langweilig sein, wenn du dich ständig damit beschäftigst, wie du mich ärgern kannst. Ich muss dir wohl ziemlich wichtig sein.“ Durch so eine Reaktion steht der andere plötzlich nicht mehr ganz so cool da. Du hingegen zeigst, dass du schlagfertig sein kannst und vermittelst, dass dich die Sprüche ziemlich kalt lassen.

Egal welche Strategie du ausprobierst, es wird eine gewisse Zeit brauchen, bis sich etwas an der Situation verändert. Veränderungen brauchen immer Zeit. Aber wenn du dich einige Tage/Wochen lang nach einer bestimmten Strategie verhältst, dann stehen die Chancen für eine Veränderung gut.