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Dazugehören um jeden Preis

Im Jugendalter spielt die Gruppe der Gleichaltrigen eine zentrale Rolle. Sie gibt Sicherheit, Schutz und Orientierung, man bekommt Anerkennung und fühlt sich geborgen. Um dazu zu gehören, sind Jugendliche deshalb bereit, fast alles zu tun.

„Entweder du färbst dir die Haare, oder du wirst nicht in unsere Clique aufgenommen.“ S. ist verunsichert. Eigentlich will sie ihre Haare gar nicht färben. Eigentlich möchte sie nur dazu gehören. Was tun?
S. ist nicht die Einzige, die in einem solchen Dilemma steckt. Es gibt sehr viele Jugendliche, die auf unterschiedlichste Weise von Gruppendruck betroffen sind.

Im Jugendalter, in einer Zeit also, in der plötzlich nichts mehr so ist wie es war und in der manchmal der Boden unter den Füßen weg zu rutschen scheint, wird die Gruppe der Gleichaltrigen zu einem wichtigen, wenn nicht dem Bezugspunkt für die Jugendlichen. Die Gruppe gibt Sicherheit, Schutz und
Orientierung, in ihr finden Jugendliche Anerkennung und Geborgenheit.

Angepasst und anerkannt

Doch wer dazugehören will, muss sich der Gruppe anpassen: im äußeren Erscheinungsbild, sprich Kleidung und Aussehen, in der Sprache und bei den Verhaltensregeln. Umgekehrt heißt das aber auch: wer sich nicht anpasst oder anpassen kann, der gehört auch nicht dazu, und das bedeutet: ausgeschlossen sein, einsam sein, keine Anerkennung finden, ...
Bei solchen Konsequenzen ist es verständlich, dass Jugendliche bereit sind, fast alles zu tun, um in eine Gruppe integriert zu sein. Sie wollen dazugehören um jeden Preis – und das oft im wahrsten Sinne des Wortes.
Denn Wirtschaft und Werbung haben sich die Angst vor dem Ausgeschlossen sein längst zunutze gemacht. Es ist ihnen gelungen, Objekte zu Erkennungszeichen bzw. Statussymbolen hoch zu stilisieren. Ob Handy, Eastpak-Rucksack, Skater-Hose, Nike-Schuhe oder andere „angesagte“ Markenartikel – wenn man ein bestimmtes Produkt kauft, das die anderen auch haben, gehört man dazu.

Persönliche Grenzen

Jugendliche tun sich schwer, mit diesem enormen und von verschiedenen Seiten einwirkenden Druck umzugehen. Sie sind überfordert und nicht selten überschreiten sie dabei ihre persönlichen Grenzen. Finanziell und emotional. Sie kaufen Sachen, die sie gar nicht brauchen, mit Geld, das sie gar nicht haben und sie ignorieren ihre Gefühle, tun Dinge, die sie gar nicht tun wollen.
Zum Beispiel beginnen viele Jugendliche zu rauchen „weil alle in der Clique rauchen und man dazugehören will“ oder sie bringen ihr „erstes Mal“ einfach nur hinter sich, um endlich mitreden zu können.

Es braucht sehr viel Selbstbewusstsein, um dem Gruppendruck stand zu halten und sich selbst treu zu bleiben. Das ist nicht einfach, aber es kann gelingen und sogar zu Überraschungen führen: S. hat zum Beispiel entschieden, ihre Haare nicht zu färben – und sie wurde für ihren Mut bewundert.