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Facebook ist gut - Face to Face ist manchmal besser

Wir sind menschliche Wesen, und menschliche Wesen haben das Bedürfnis nach Zuwendung, nach Komplimenten, Aufmerksamkeit, nach Freunden, sozialer Wärme und noch vielem mehr.

So gesehen ist es also leicht nachvollziehbar, dass soziale Netzwerke wie Facebook eine derart große Faszination auf uns ausüben.

Du postest ein Foto vom Ort, wo du gerade auf Urlaub bist, und schwuppdiwupp trudeln zahlreiche Reaktionen von Menschen ein, die du gut oder auch weniger gut kennst: „Du Glückliche!“, „Was für ein Traum!“, „Da würde ich jetzt auch gern sein!“ … Weitere zwanzig finden dein Foto auch toll und klicken auf „Gefällt mir!“.

Klar, das macht Spaß, denn es liegt in der Natur des Menschen, den Kontakt zu anderen zu suchen, die uns wohlgesonnen sind. Und nicht nur das, der Mensch möchte von anderen auch gesehen und bewundert werden.

Reden über dich und mich

Wenn du den Fernseher einschaltest, eine Zeitschrift durchblätterst oder im Internet unterwegs bist, dann wirst du feststellen, dass man immer und immer wieder über dieselben Personen spricht:
Staatsoberhäupter, Schauspielerinnen, Popstars, Fußballspieler, … immer wieder lächeln dir dieselben Gesichter entgegen.

Wenn du auf Facebook gehst, dann wird auch über Menschen gesprochen, aber über dich, über mich, über uns, über Leute also, die du kennst und die deine Freunde sind. Das tut der Seele gut. Das Foto, das deinen Freund vor seinem Zelt im Schatten einer großen Pinie in der Toscana zeigt, steht in großem Kontrast zum Gruppenbild der europäischen Staatschefs, die sich treffen, um zu beraten, wie sie Europa vor dem Zusammenbruch retten können.

Möge jeder selbst entscheiden, welches der beiden Bilder das freudigere und ansprechendere ist!
Es ist paradox, aber in der virtuellen Welt von Facebook werden die realen Dinge des alltäglichen Lebens jedes Einzelnen zelebriert. Es ist viel lebensnaher und schöner, die Freude über die neuen Joggingschuhe oder den gewonnenen Marathon zu teilen, als vom europäischen Schuldenberg in Millionenhöhe zu lesen.

Manches ist und bleibt privat

Facebook, Twitter & Co sind tolle Erfindungen, das ist unumstritten. Aber was ist mit den negativen Seiten? Gibt es die überhaupt?

Vielleicht ist es besser, nicht von negativen Seiten zu sprechen, sondern von Grenzen. Auch wenn der Mensch das Bedürfnis hat, von anderen wahrgenommen zu werden, so bedeutet das nicht, dass jegliche Privatheit und Diskretion inzwischen der Vergangenheit angehören und niemanden mehr interessieren.

Und das deshalb, weil das Leben nicht nur aus Freude und aus Scherzen besteht, sondern es auch ernsthafte Probleme beinhaltet. Eine persönliche Krise, eine Beziehung, die in die Brüche gegangen ist, eine Krankheit oder der Schmerz, den ein Vertrauensbruch ausgelöst hat - all das sind Ereignisse, die wir nicht gerne auf Facebook posten oder breittreten. Warum auch? Um dann zu lesen: „Das tut mir aber leid“ oder „Du Armer!“ oder „:-(((„ oder „Das sind Sachen, die passieren eben“ …? Oder um vielleicht fünfzehn „Gefällt mir!“ verpasst zu kriegen? Nein, für solche Dinge ist Facebook nicht gemacht.

Aber das Bedürfnis, schmerzhafte Momente mit jemandem zu teilen, ist trotzdem da. Wir wollen von jemandem getröstet, unterstützt und gestärkt werden. Dafür sind die echten Freunde da, die Familie, reale Menschen, die uns in die Augen schauen. Auch die Anlaufstelle Young+Direct gehört da dazu, sie bietet Beratung für junge Menschen an – kostenlos und garantiert vertraulich.