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Was ist sexuelle Gewalt?

Gewalt und im speziellen sexuelle Gewalt gelangt immer häufiger über die Medien ans Licht und rückt somit stärker ins Bewusstsein der Gesellschaft. Doch wann spricht man von sexueller Gewalt?

Sexuelle Gewalt beginnt dort, wo Menschen gezwungen werden, sexuelle Handlungen gegen ihren Willen auszuüben. Aber auch verbale Angriffe oder Gesten sind Ausdruck von sexueller Gewalt.

Sexuelle Gewalt beginnt dort, wo die eigene Schamgrenze verletzt wird. Jede Frau und jedes Mädchen, jeder Junge und jeder Mann kann das nur für sich selbst sagen.

Die Täter

Sexualstraftäter sehen nicht aus wie der Fiesling aus dem Fernsehkrimi. Täter kann jeder sein – unabhängig vom Alter und Beruf. Circa 90 Prozent der Täter sind Männer. Häufig kennen sich Täter und Opfer oder sind sogar miteinander verwandt.

Sexualstraftäter sind zudem meist Wiederholungstäter. Das heißt, der Täter begeht die gleiche Straftat immer wieder. Entweder mit demselben Opfer oder mit anderen.

Die Opfer

Opfer kann jede und jeder sein. Auch hier spielt das Alter keine Rolle. Ebenso wenig wie das Aussehen. Für den Täter steht im Vordergrund, Macht auszuüben. Seine Motivation und sexuelle Befriedigung sind verbunden mit der Unterlegenheit und Hilflosigkeit des Opfers.

Sexualstraftäter verwenden unterschiedliche Methoden um das Opfer zum Schweigen zu bringen, zum Beispiel indem sie dem Opfer sagen „Das ist unser kleines Geheimnis“ oder ,,Du darfst nichts erzählen, sonst bringt sich deine Mama um“ oder „Du darfst nichts erzählen, sonst kommst du ins Heim“. Sie üben (körperliche) Gewalt aus oder drohen sie an oder sie versuchen das Opfer durch Geschenke oder Geld zum Schweigen zu bringen.

Diese Einschüchterungen haben häufig zur Folge, dass sich Frauen nicht trauen, sich körperlich zur Wehr zu setzen. Sie haben Angst, sich nach der Tat jemandem anzuvertrauen oder gar eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Der Tatort

Sexuelle Übergriffe passieren meistens nicht auf einsamen Waldwegen oder unbeleuchteten Straßen. In den meisten Fällen kennen sich Täter und Opfer. Für das Opfer kommt der Angriff häufig unerwartet und findet in einem geschlossenen Raum statt. Der Täter kennt die Gewohnheit seines Opfers und führt eine Situation herbei, die für ihn günstig ist.

Jeder sexuelle Übergriff ist eine tiefe körperliche und seelische Demütigung für das Opfer. Mit flirten, (ver)lieben oder sexueller Lust hat diese Ausdrucksform von Gewalt nichts zu tun.
Gefühle wie Ekel und Scham, Wut, Verletzung und Hass, Misstrauen, Ohnmacht und Trauer sind normal. Die meisten Opfer fühlen sich sogar noch mitverantwortlich, weil sie meinen, eine Situation falsch eingeschätzt oder Vorsichtsmaßnahmen außer Acht gelassen zu haben.

Wichtig ist, dass man sich nicht verunsichern lässt. Auch nicht von verständnislosen Reaktionen von Personen, denen man sich anvertraut hat.
Solltest du eine solche Erfahrung gemacht haben, steht eines fest: Nicht du hast jemanden verletzt, sondern der Täter hat dir Gewalt angetan. Unabhängig von deinem Verhalten, deiner Kleidung, deinem Auftreten! In keinem Fall trifft dich die Schuld!