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Die stabile Beziehung

Es scheint schwierig geworden zu sein, ein ganzes Leben lang mit ein und derselben Person zusammen zu bleiben. Man ist von der „absoluten Monogamie“ zur „seriellen Monogamie“ übergegangen.

Das bedeutet, man hat mehrere treue Partnerschaften hintereinander. Die Monogamie hält also. Und zwar, weil sie trotz manchem damit verbundenen Verzicht, auch viele nützliche praktische Auswirkungen hat.

Eine monogame Beziehung gibt aufgrund des Zusammenlebens und des Füreinander-da-Seins ein gewisses Gefühl von Sicherheit. Und sie wirkt sich positiv auf die Gesundheit und die Lebenserwartung aus. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass eine stabile Beziehung das Leben der Männer um zehn Jahre und das Leben der Frauen um drei Jahre verlängert. Abgesehen davon, haben Menschen, die in einer festen Beziehung leben, eine bessere körperliche Verfassung als Singles. Und noch einen Vorteil hat eine feste Bindung: sie ist ideal für jene, die langfristige Projekte lieben, und sie gibt emotionale Stabilität.
Aber eine fixe Beziehung bedeutet auch Verzicht – und dazu sind nicht alle bereit. Vielleicht ist es deshalb so schwer, jene Liebe zu finden, die es schafft, die Alltagsroutine, die kleinen und großen Enttäuschungen zu überdauern.

Liebesheirat

Einst heiratete man, auch ohne dass man sich liebte oder man blieb zusammen, auch wenn die Liebe erloschen war. Das hatte seine Gründe: die Scheidung war gesellschaftlich nicht erlaubt; Frauen waren innerhalb der Ehe sozial und wirtschaftlich besser abgesichert als alleine oder getrennt; und es herrschte jene Doppelmoral, die es den Männern ermöglichte, ein „beispielhafter“ Ehemann und Vater zu sein, ohne auf sexuelle Ausschweifungen verzichten zu müssen.

Heute heiratet man ausschließlich aus Liebe, die Liebe allein bildet das Fundament einer Beziehung. Man bleibt solange zusammen, solange die Liebe andauert: das können einige Jahre, aber auch nur wenige Monate sein. Es sind vor allem Frauen, die sich für eine Trennung entscheiden. Auch wenn es anders erscheinen mag, so zeigt das, dass sich im Beziehungsleben eigentlich wenig geändert hat. Offensichtlich sind Frauen unglücklicher und enttäuschter als Männer. Jetzt haben sie allerdings die Möglichkeit, wirtschaftlich unabhängig zu sein und sie können sich daher frei für ein Leben als Single entscheiden.

Beide müssen sich bemühen

Damit eine Liebe lange anhalten kann, ist es wichtig, dass beide aktiv daran arbeiten, und das Tag für Tag. Wenn sie an ihre Beziehung denken, sollten sie nicht an etwas Festgelegtes oder Abgeschlossenes denken. Nein, sie sollten sich jeden Tag um die*den andere*n bemühen, die*den andere*n jeden Tag aufs Neue für sich gewinnen, mit Aufmerksamkeiten und Zärtlichkeiten. Damit das möglich ist, ist es gut, wenn innerhalb der Beziehung etwas Geheimnisvolles beibehalten wird und nicht beide komplett ineinander verschmelzen. Jeder sollte seinen persönlichen Freiraum beibehalten, seine persönlichen Freundschaften pflegen, denn sonst kann es leicht passieren, dass man „zu zweit vereinsamt“.

Also, wenn zwei Menschen zusammen bleiben wollen, darf das Bemühen, die Aufmerksamkeit, die Freundschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl nie weniger werden.