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Abtreibung – ein umstrittenes Thema

Zum Thema Abtreibung gibt es die unterschiedlichsten Standpunkte. In diesem Artikel geht es nicht darum, sich für oder gegen die Abtreibung auszusprechen.

Hier sollen vielmehr einige Schritte aufgezeigt werden, die dazu geführt haben, dass im Jahre 1978 das Gesetz 194 zur Regelung des Schwangerschaftsabbruchs eingeführt wurde.

Die Abtreibung ist keine Erscheinung der Neuzeit. Schon in der Antike wurden Abtreibungen durchgeführt. Wie eine „offene Wunde“ zieht sich das Thema seither durch die Geschichte der Menschen. Frauen, die ungewollt schwanger geworden sind, standen (und stehen) stets vor einer schwierigen Herausforderung.

Frauen fordern gesetzliche Regelung

Obwohl es die Abtreibung also schon seit der Antike gibt, tauchte erst im letzten Jahrhundert die Forderung nach einer gesetzlichen Regelung auf. Frauen sollten das Recht haben, selbst darüber zu entscheiden, ob sie eine ungewollte Schwangerschaft abbrechen wollen oder nicht.
In Italien war die Abtreibung bis zum Jahre 1975 illegal. Das bedeutet nicht, dass es bis dahin keine Abtreibungen gegeben hat. Frauen in Italien mussten sich bei einer ungewollten Schwangerschaft an die „berühmt berüchtigten“ Ärzte, Ärztinnen oder Hebammen wenden, die mit völlig ungeeigneten Methoden, aber gegen sehr viel Geld das Problem „lösten“ – manchmal auf Kosten des Lebens der betroffenen Frauen.

Im Jahre 1975 beschloss der oberste Gerichtshof in einem Urteil, dass zwischen einem Embryo und einem menschlichen Wesen unterschieden werden muss und dass die Gesundheit der Mutter vor dem Leben des Ungeborenen steht.

Durch das Gesetz 194 gelang es, die geheimen Abtreibungen zum Großteil abzuschaffen.
Trotzdem kann in Italien eine Abtreibung oft ein schwieriges Unterfangen sein. Das hängt damit zusammen, dass es eine Reihe von Ärzten und Ärztinnen gibt, die aus Gewissensgründen keine Abtreibungen durchführen. Die Daten des italienischen Gesundheitsministeriums zeigen, dass mit Stand 2018 in Italien 69 Prozent der Gynäkologen und Gynäkologinnen keine Abtreibungen durchführen. Ganz vorne steht die Provinz Bozen, wo knapp 90 Prozent der Ärzte und Ärztinnen Abtreibungsgegner*innen sind.

Schwangerschaftsabbrüche gehen zurück

Aus den Daten des italienischen Gesundheitsministeriums geht hervor, dass im Jahr 2019 von 1000 Frauen zwischen 15 und 49 Jahren 5,8 Frauen einen Schwangerschaftsabbruch durchgeführt haben. Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche geht seit Jahren zurück, im Vergleich zum Jahr 1982, in dem es die meisten Abtreigungen gegeben hat, ist sie um 71 Prozent gesunken. Auch bei minderjährigen Mädchen ist ein Abwärtstrend zu erkennen. Die vermehrte Aufklärung und Information über Sexualität und Verhütungsmittel scheint Wirkung zu zeigen. Das ist positiv.

Denn man bedenke, dass in Italien der Großteil der Bevölkerung dem katholischen Glauben angehört und die katholische Kirche zum Thema Verhütung eine sehr strikte Haltung einnimmt. Zudem ist es Tatsache, dass es in Italien bis 1971 bei Strafe verboten war, Werbung für jegliche Verhütungsmittel zu machen. Wer sich nicht an das Gesetz 553 hielt, musste mit einem Jahr Gefängnis rechnen. Es dauerte weitere fünf Jahre (also bis 1976), bis das Gesundheitsministerium den Verkauf von Verhütungsmitteln in Apotheken erlaubte.

Wie auch immer sich die Gesetze zur Abtreibung in Zukunft entwickeln werden – es wird weiterhin ein viel diskutiertes Thema bleiben, zu dem jede und jeder eine eigene Sichtweise hat.