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Plädoyer für den Kuss

Wir leben in einer Zeit, in der es immer mehr um Sex geht. Trotzdem wird immer weniger geküsst. Vielleicht hat das damit zu tun, dass der Kuss die intimste erotische Geste ist und eine bestimmte Vertrautheit und ein emotionales Sich-Einlassen voraussetzt.

Küssen ist eine Kunst. Eine Kunst, die aber nicht nur vom Können abhängt. Beim Küssen kommen eine ganze Reihe von Faktoren ins Spiel. Denken wir zum Beispiel an die Tatsache, dass sich auf der Zunge unzählige Nervenzellen befinden, die bei Berührung zu sexueller Erregung und Anziehung führen können. Dabei ist es gar nicht wichtig, eine bestimmte „Technik“ zu entwickeln, sondern es geht vielmehr darum, sich auf die eigenen natürlichen Fähigkeiten zu vertrauen und den Kuss als ein Mittel der Kommunikation zu sehen, als eine eigene Sprache zu verstehen, die Schattierungen, Variationen und Phantasie erfordert.

Ein Kuss sagt mehr als tausend Worte

Mit einem Kuss kann man eigentlich alles ausdrücken: Freude, Liebe, Freundschaft, Leidenschaft, Schmerz usw. Und er begleitet uns das ganze Leben lang, von der Kindheit, die von unschuldigen Küssen geprägt ist, bis hin zum ersten Kuss in der Pubertät, der von Angst und Unsicherheit erfüllt ist. Darüber hinaus kann der Kuss Ausdruck eines unschuldigen Gefühls oder auch einer intensiven und brennenden Leidenschaft sein.

Bei jedem Menschen kommt beim Küssen auch ein Stück eigene Persönlichkeit zum Ausdruck, es zeigt wie jemand die eigene Sexualität auslebt, wie leidenschaftlich jemand ist, es offenbart somit ein Stück von sich selbst. Manche küssen sehr zurückhaltend und schüchtern, andere sehr kühn, herausfordernd und leidenschaftlich.

Der Kuss spiegeln sich auch die verschiedenen Abschnitte von Beziehungen: am Anfang einer Beziehung, wenn man frisch verliebt ist, küsst man sich sehr häufig. Für Jugendliche, die noch nicht bereit sind für den Geschlechtsverkehr, ist das Küssen wohl die am häufigsten praktizierte Geste, denn Dank des Küssens kann man die eigene Liebe und das eigene Begehren ausdrücken.

Private Küsse

Mit den Jahren tendieren Paare dazu, sich immer weniger zu küssen. Obwohl es eigentlich Ausdruck von Zuneigung und Intimität sein sollte, das das Paarleben auszeichnet, ist das Küssen dann manchmal nur noch Teil des Sexualaktes. Vielleicht liegt der Grund dafür darin, dass eine intime Geste wie der Kuss unter der Routine, der Gewohnheit, dem Alltäglichen und vielleicht unter einer gewissen „Anständigkeit“ der Erwachsenen leidet. Diesen Schluss lässt zumindest die Beobachtung zu, nach der junge Menschen sich auch öffentlich sehr leidenschaftlich küssen, während die Erwachsenen eher dazu tendieren, ihre emotionalen Ausbrüche aus „Respekt“ und Intimität lieber ins Private zu verlegen.

Abschließend sei gesagt: der Kuss besiegelt die Einheit und die Intimität eines Paares, mit ihm sind auch der Geruch der Haut, die Weichheit der Lippen, der Geschmack der anderen Person verbunden. Womit auch klar ist, dass der Kuss zwischen zwei Verliebten wie ein Magnet wirkt.