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Apropos Cannabis

Cannabis ist sicherlich die am häufigsten verbreitete illegale Droge, egal, ob in Form von Haschisch oder Marihuana. Die Diskussionen darüber spalten seit jeher die Geister.

Auf der einen Seite stehen die Befürworter, auf der anderen die Gegner dieser Substanz. Von beiden werden immer wieder die gleichen Argumente aufgetischt. Argumente, die oft auf Fehlinformationen beruhen und damit für Konfusion sorgen.

 

Wer Cannabis raucht oder mal geraucht hat, möchte beispielsweise auf keinen Fall als Drogensüchtiger abgestempelt werden. Bewusst oder unbewusst tendiert er dazu zu sagen, dass an einem Joint ja wohl nichts Schlimmes dran sei, immerhin sei es ein verbreitetes Phänomen - so nach dem Motto: „Macht eh jeder“. Es folgt der Vergleich mit dem Alkohol, dieser noch häufiger verbreiteten und weitaus schädlicheren Substanz. Es wird bekräftigt, dass Joints absolut unschädlich seien und nicht zu Abhängigkeit führen, dass sie im Grunde so harmlos sind wie ein Glas Wasser. Zu guter Letzt wird noch damit argumentiert, dass das THC – die psychoaktive Substanz von Cannabis – einem gut tut und es nicht umsonst in der Medizin als therapeutisches Mittel eingesetzt wird. Im Grunde ist Cannabis ein ganz natürliches Produkt.

Es wird alles Mögliche und gleichzeitig das Gegenteil davon behauptet. Irgendwann, wenn die Diskussion zu langatmig wird, beenden sie die Gegner ganz einfach mit dem Satz: Wenn Cannabis verboten ist, dann wird das einen berechtigten Grund haben! Richtig?

Schaffen wir ein bisschen Ordnung

Versuchen wir, ein bisschen Ordnung in die Angelegenheit zu bringen und die einzelnen Argumente zu beleuchten.

 

Der Vergleich Cannabis – Alkohol: es kommt natürlich immer darauf an, in welcher Menge die Substanzen konsumiert werden, aber keinen Zweifel gibt es darüber, dass Alkoholsucht massive körperliche und psychische Schäden zur Folge hat und alle menschlichen Organe schädigt. Eine unabhängige englische Studie, die 2010 in der Fachzeitschrift „Lancet“ veröffentlicht wurde, kam zum Ergebnis, dass in der Gefahrenskala der Alkohol noch über Heroin und Crack steht. Dieses Ergebnis wird nachvollziehbar, wenn man weiß, dass bei dieser Studie auch Schäden berücksichtigt wurden, die z.B. entstehen, wenn eine betrunkene Person einen Verkehrsunfall verursacht oder wenn eine Schwangere Alkohol trinkt. Auch wurden die sozialen Folgen einbezogen, z.B. das vom Alkohol verursachte Leid in Beziehungen und Familien oder die Probleme am Arbeitsplatz.

 

Wenn Cannabis verboten ist, dann wird das seinen Grund haben: Klar, einen Grund gibt es immer. Aber nicht immer stecken wissenschaftliche oder logische Gründe bzw. Erklärungen dahinter. Wenn dem so wäre, dann müssten nämlich auch Alkohol und Zigaretten verboten sein. Sind sie aber nicht, und zwar, weil dahinter enorme wirtschaftliche Interessen stecken, die sehr viel mehr Gewicht haben, als die wissenschaftlichen Erkenntnisse oder das, was wir selbst tagtäglich beobachten können. Natürlich wäre zu überprüfen, ob es überhaupt sinnvoll wäre bzw. den gewünschten Effekt hätte, alles das zu verbieten, was dem Menschen schadet. Aber das ist eine andere Frage.

 

Cannabis kann gar nicht schädlich sein, denn es ist eine natürliche Substanz, die sogar in der medizinischen Therapie verwendet wird: Wenn die Logik herrscht: natürlich = gesund, dann, ja dann kann man nur fragen, wieso wir beim Verzehr eines Knollenblätterpilzes sterben!? Es ist doch ein Pilz, ganz natürlich im Wald gewachsen, frei von chemischem Dünger und Pestiziden. Nun, wir sterben, weil diese Logik eben jeder Grundlage entbehrt. Nicht alles, was natürlich wächst, ist gesund.

In der Medizin werden viele natürliche Stoffe verwendet, beispielsweise das Morphium, das Hauptalkaloid von Opium. Es wird als starkes Schmerzmittel in der Endphase von nicht heilbaren Krankheiten eingesetzt. Trotzdem tut es nicht zwangsläufig gut. Wer Opium raucht, der schaltet ab, den interessiert nur noch das Opium und sonst nichts. Bei Cannabis ist der Effekt zwar nicht so extrem, aber einige Parallelen lassen sich durchaus ziehen. Wer jeden Tag seine Joints raucht, vielleicht schon am Morgen damit anfängt, der kann sich als abhängig betrachten. Es ist eine Abhängigkeit, die nicht als solche erkannt oder einfach negiert wird, denn der entspannende Effekt ist nicht nur angenehm, sondern wird gewollt herbeigeführt – und lässt rundum allen Stress und alles Unangenehme vergessen.

 

Cannabis ist absolut unschädlich: Ist es tatsächlich nicht schädlich, wenn wir vergessen, dass wir Verpflichtungen haben, wenn uns die Schule egal wird, wenn wir vergessen, dass es noch anderes als einen Joint in unserem Leben gibt? Das soll jeder selbst beurteilen ...