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Es war einmal ... die Familie

So wie es viele Formen von Beziehungen zwischen Personen gibt, gibt es eine Vielzahl von Formen der Familie. Jede Form der Familie hat ihre Eigenheiten und Charakteristiken, ihre Schwächen und Stärken.

Unter Artikel 29 der italienischen Verfassung werden die Rechte der Familie geregelt, wobei Familie definiert wird als natürliche Gemeinschaft, die auf der Ehe basiert. Das Gesetz geht also von einem einzigen Familienmodell aus: Mann und Frau sind verheiratet und haben ein oder mehrere Kinder. In der Realität gibt es inzwischen aber viele Formen des Zusammenlebens und der Elternschaft.

Ohne die Institution Familie jetzt moralistisch bewerten zu wollen, eine Realität muss man sich vor Augen halten: die klassische Form der Familie, wie sie im Gesetz definiert wird, ist immer seltener vorzufinden. Schauen wir also, welche anderen Formen der Familie es noch gibt.
Da sind einmal die alleinerziehenden Eltern, wo sich ein Elternteil alleine um die Erziehung und Versorgung der Kinder kümmert. Unabhängig davon, warum ein Elternteil fehlt (ob durch Trennung, Scheidung, Tod...), ist es nicht zu leugnen, dass diese Familien mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Aber es ist auch so, dass man in diesen Familien aufgrund der Gegebenheiten lernen muss, Entscheidungen autonom zu treffen, man wird weniger verwöhnt, ist mehr auf sich gestellt und lernt dadurch früher, Schwierigkeiten alleine zu meistern und für die eigenen Rechte zu kämpfen.

Lebendig, bunt, chaotisch

Es gibt außerdem die so genannten Patchworkfamilien, deren Anzahl stetig steigt. Diese Form der Familie besteht vorwiegend aus einem Elternpaar, den Kindern aus früheren Beziehungen und eventuell den früheren Partnern sowie aus einer Vielzahl von Großeltern. Wie die Patchworkdecken, von denen diese Familien ihren Namen haben, sind sie meist sehr groß, bunt, lebendig und manchmal können sie ganz schön chaotisch sein.

Hinzu kommen die Pflegefamilien und Adoptivfamilien. Bei ersteren verbringen Kinder eine vorher bestimmte Zeit in einer Familie. Bei letzteren werden Kinder in eine Familie aufgenommen, um dieser für immer anzugehören. Diese Kinder haben im Grunde also zwei Familien: die biologische und die Adoptivfamilie. Häufig kommen sie aus unterschiedlichen Kulturen.
Dann gibt es jene Familien, in denen die Eltern entschieden haben, nicht zu heiraten. Sie leben in der so genannten „Wilden Ehe“. Es ist alles genauso wie bei der klassischen Familie, nur ist das Zusammenleben der Eltern nicht gesetzlich bzw. kirchlich geregelt.

Es gibt auch noch die so genannten Regenbogenfamilien, in denen ein Elternteil homosexuell ist und das Kind aus einer früheren heterosexuellen Beziehung stammt. In manchen Fällen sind beide Eltern homosexuell und die Kinder sind durch eine künstliche Befruchtung entstanden.

Zu guter Letzt könnte man noch fragen, ob nicht auch ein kinderloses Paar als Familie anzusehen ist.

Es kann sein, dass mit der Zeit vielleicht noch weitere Familienformen entstehen, während andere sich auflösen. Eines ist auf jeden Fall klar: die Familie wie sie im Artikel 29 beschrieben wird, ist nur eine mögliche Form unter vielen.