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Geschwister: Freunde und Feinde

„Mit meinem Bruder streite ich oft. Er darf meistens mitgehen, wo ich hin gehe, obwohl er kleiner ist als ich. Das finde ich unfair.“ Geht es dir auch manchmal so wie diesem 13-jährigen Mädchen?

Wenn man mit Jugendlichen über ihre Beziehung zu den eigenen Geschwistern spricht, dann kommt es zu unterschiedlichen Beschreibungen. Sie sprechen von großer Zuneigung, sie sind solz und bewundern die Geschwister, sie sind froh um die Unterstützung, die ihnen Geschwister geben. Sehr oft ist allerdings von großen Streitereien die Rede, manchmal klingt sogar eine gewisse Feindseligkeit durch.
Die Rivalität unter Geschwistern gehört zum Familienalltag. Geschwister kämpfen um die Aufmerksamkeit der Eltern, ihren persönlichen Freiraum und darum, eine eigenständige Persönlichkeit zu werden. Gerade in der Pubertät können altbekannte Geschwisterkämpfe wieder neu aufflammen und eskalieren, denn während dieser Zeit wächst dein Bedürfnis nach Unabhängigkeit und Freiraum.

Geschwister als Übungsfeld

Doch während in früheren Jahren die Konflikte zwischen dir und deinen Geschwistern oft nur mit Hilfe der Eltern oder mit Handgreiflichkeiten und Geschrei gelöst werden konnten, stehen dir jetzt allmählich „erwachsenere Techniken“ zur Verfügung: Gespräche, Verständnis, die Suche nach Kompromissen.
So gesehen sind die Kämpfe mit Geschwistern eine gute Übungsmöglichkeit für spätere Konkurrenz- und Konfliktsituationen. Du kannst lernen, deinen eigenen Standpunkt zu verteidigen und den der anderen zu respektieren.

Wenn du zum Beispiel Geschwister hast, die dir ständig auf die Nerven gehen oder dich herumkommandieren, versuche einmal, dich ohne wüste Beschimpfungen und Türenknallen abzugrenzen.
Bist du auf einen Bruder oder eine Schwester neidisch, verbirg dieses Gefühl nicht hinter Sticheleien, sondern sprich einmal die Wahrheit aus. Vielleicht stellst du ja fest, dass dich deine Geschwister um Stärken beneiden, von denen du gar nicht wusstest, dass du sie besitzt.

Eltern behandeln Kinder unterschiedlich

Wenn deine Eltern dich anders behandeln als die anderen, dann schließe nicht stillschweigend daraus, dass du wertlos und ungeliebt bist. Eltern behandeln ihre Kinder aus vielen Gründen unterschiedlich, die meisten davon haben nichts mit einem Mangel an Liebe zu tun. Vieles lässt sich klären, wenn du mit deinen Eltern ehrlich darüber sprichst.

Wenn du eine kleine Schwester oder einen kleinen Bruder hast, auf die du aufpassen sollst, dann ist das nicht immer einfach. Aber auch hier hilft ein klärendes Gespräch mit den Eltern. Überlege dir vorher, wie viel Zeit du tatsächlich fürs Babysitten aufbringen kannst, denn je konkreter deine Vorschläge sind, desto besser können die Eltern darauf eingehen.