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Fragen zum Thema
Stimmungen & Gefühle - Ups & Downs

Ich verstehe gut, dass du dir Sorgen um deine Freundin machst. Du hast bisher gut reagiert getan, um ihr zu helfen. Es ist nämlich wichtig, dass man Menschen, die in Krise sind, signalisiert, dass man für sie da ist und sie motiviert, sich fachliche Hilfe zu holen. All das hast du getan. Und das ist es auch, was du weiterhin tun kannst. Es liegt dann an deiner Freundin, ob sie die Angebote annimmt oder nicht, das ist ihre Entscheidung. So schwer das für dich auch auszuhalten ist.

Was du noch tun kannst, ist, deiner Freundin zu sagen, dass du selbst dir Hilfe und Unterstützung geholt hast. Sag deiner Freundin von mir, dass auch sie sich an uns von Young+Direct wenden kann.

Es scheint in ihrem Leben einiges gegeben zu haben, mit dem sie schwer zurecht kommt und das ihr viel Leid bereitet. Es ist in solchen Situationen oft so, dass man sich wünscht zu sterben. Eigentlich will man aber gar nicht sterben, sondern im Grunde will man, dass das Leiden aufhört. Sag deiner Freundin, dass ich ihre Sehnsucht zu sterben von daher gut verstehen kann.
Allerdings ist der Tod keine Garantie dafür, dass das Leiden aufhört. Wir wissen nicht, wie es danach ist. Es ist also hilfreicher, im Hier Wege zu finden, dass es wieder besser geht. Und diese Wege gibt es, sie sieht sie im Moment nur einfach nicht.

Sag deiner Freundin, dass sich das Leben verändert und sie andere Erfahrungen machen wird. Das, was gerade passiert, wird durch diese neuen Erfahrungen an Bedeutung verlieren. Im Moment gehen mit der gescheiterten Prüfung viele Hoffnungen verloren. Wenn sie aber später darauf zurückblicken wird, wird es ihr ganz egal sein, was bei dieser Prüfung passiert ist, denn dann sieht ihr Leben bereits anders aus, ist sie vielleicht verliebt, hat Erfolg in der Arbeit, hat ein schönes Hobby, usw.

Wenn sie im Moment keine Beratung machen will, dann ist das ok. In diesem Fall soll sie jetzt mal einfach „aushalten und durchstehen“, sich sozusagen in „Standby“ begeben. Auch das ist eine mögliche Strategie, um eine Krise zu überbrücken.
Es gibt sehr viele Jugendliche in deinem Alter, denen dasselbe passiert wie dir. Ich kann sehr gut verstehen, dass es dich stört, ständig rot zu werden! Ich denke, dass es sich dabei um eine Phase handelt, die dann wieder vergeht. Dennoch wünscht man sich, dass diese Phase schnell vergeht und man das irgendwie in den Griff bekommt, nicht wahr?

Es ist so, dass du gegen das Erröten direkt nichts tun kannst, denn das Rotwerden ist eine körperliche Reaktion, die du nicht bewusst steuern kannst - ähnlich wie Lachen oder Weinen. Zum Beispiel läufst du rot an, wenn dir warm wird, wenn du Sport betreibst oder wenn du krank bist. Erröten hat aber auch etwas mit Gefühlen zu tun: wenn du aufgeregt oder wütend bist, dich schämst oder freust, Angst hast oder Unsicherheit verspürst, erzeugst du eine Anspannung im Körper, die sich im Gesicht durch Rotwerden niederschlägt.

Es gibt aber einige Tricks, die du ausprobieren könntest, um unter dem Rotwerden nicht mehr so zu leiden. Erstens, versuche selbst herauszufinden, welche Situationen dich zum Rotwerden bringen. Überlege dir genau, was dir in diesen Situationen so unangenehm erscheint. Meistens wird man rot, weil man schon vorher befürchtet, rot zu werden. Man denkt sich: "Hoffentlich werde ich nicht rot. Das wäre schrecklich. Die anderen würden mich für einen unsicheren Menschen halten." Und dann wird man erst recht rot.

Versuche, die Situationen, in denen du errötest, innerlich nicht mehr abzuwerten. Sage dir, dass diese Situation (zum Beispiel das Aufrufen in der Klasse) gar nichts Schlimmes ist und dass es doch egal ist, wenn du rot wirst. Was passiert auch schon, wenn du rot wirst? Meistens wissen es die anderen schon und machen sich gar nichts mehr draus. Außerdem ist das Rotwerden oft von außen gar nicht so sichtbar, wie du es selbst vermutest.

Ein Trick könnte sein, das Rotwerden "zu trainieren"! Suche dir bewusst Situationen aus, in denen du rot werden könntest und versuche es wie ein Spiel zu betrachten. Zum Beispiel halte mal in der Klasse selbst die Hand auf und sag etwas. Dabei solltest du dir denken: "So, und jetzt werde ich rot, aber das macht nichts, ich will es ja!" Oder du könntest zum Beispiel auch sagen: "Wart's ab, gleich werd ich wieder rot wie eine Tomate!" Und lach dazu. Versuche dies einige Male, es könnte sein, dass das Rotwerden dann abnimmt.

Das sind einige Tipps, die du ausprobieren kannst. Das wichtigste dabei ist, dass du selbst daran glaubst, dass es dir gelingen kann!
So wie es dir im Moment geht, geht es vielen Jugendlichen, aber auch Erwachsenen immer wieder im Leben. Das sind Krisen, die auch als Identitätskrisen bezeichnet werden. Wir brauchen sie, um uns weiterentwickeln zu können und reifer zu werden. Diese Momente, in denen wir nicht wissen, wer wir sind und was wir wollen, sind ganz wichtig, damit wir uns neu orientieren können, um dann etwas in unserem Leben zu verändern.

Um glücklich und zufrieden sein zu können, braucht jeder Mensch Aufmerksamkeit und Anerkennung. Die Frage ist, wie kriegen wir das bzw. wie kriegst du das? Wahrscheinlich nicht, indem du dich zu Hause verkriechst, eine Mauer um dich herum aufbaust und keinen mehr näher an dich heran kommen lässt! Aufmerksamkeit von anderen kriegst du nur, wenn du ihnen die Möglichkeit gibst, sie dir zu geben: trau dich, wieder aus dir raus zu gehen, dich mitzuteilen, zu sagen wie es dir geht, was dir gefällt oder nicht gefällt, was dir Spass macht, was dich traurig macht, gib anderen die Chance dich kennen zu lernen, wie du wirklich bist.

Denk daran, wie einzigartig du bist, wie viele positive Eigenschaften und Fähigkeiten du hast, was du bisher in deinem Leben schon geschafft und gut hingekriegt hast, wie viele Menschen dich eigentlich gerne haben, wie wichtig du für manche Menschen bist. In Zeiten der Krise müssen wir uns das immer wieder bewusst machen und bewusst vorsagen, dann wächst auch unser Selbstvertrauen wieder.

Selbstvertrauen kriegen wir auch, indem wir uns immer wieder kleine Erfolgserlebnisse verschaffen, z.B. indem wir Dinge tun, die wir gut können und uns danach selber loben oder indem wir mit Menschen zusammen sind, die uns gut tun und die uns das geben können, was wir brauchen. Menschen, in deren Gegenwart wir uns nicht so wohl fühlen, sollten wir eher meiden.

Sicher hast du Freunde oder Freundinnen, die dir sympathisch sind und mit denen du etwas unternehmen kannst. Such dir jemanden, der nicht immer großartig sein will, sondern auch dich mal etwas sein lässt. Vielleicht hilft es dir auch, wenn du diesen Menschen sagst, wie es dir zur Zeit geht, dass du dich vernachlässigt fühlst und traurig bist. Es könnte durchaus sein, dass sie dir dann helfen.

Sich zu Hause zu verkriechen nützt manchmal für eine kurze Zeit, aber dann muss man wieder aktiv werden. Die Aufmerksamkeit, die du so dringend brauchst, musst du dir holen: trau dich ruhig, dich manchmal in den Mittelpunkt zu stellen, dich mit Fragen und deiner Meinung einzubringen, andere zum Lachen zu bringen, aber auch zu sagen, wenn es dir nicht gut geht. Du kannst dabei nichts verlieren!
Sich Gedanken über den Tod zu machen ist normal, es kommt darauf an, wie lange schon und wie oft dich solche Gedanken beschäftigen. Wichtig ist, dass du mit einer vertrauensvollen Person darüber redest, dass du jemand findest, der dich ernst nimmt und mit dir deine Sorgen bespricht.

Suizidgedanken sind oft ein Alarmsignal, das dir zeigen will, dass etwas in deinem Leben nicht mehr stimmt: vielleicht hast du dich vernachlässigt gefühlt in letzter Zeit, vielleicht belasten dich zu viele Dinge auf einmal, vielleicht ist dein Energietank leer und du weißt nicht wo und wie du wieder auftanken könntest.

Wenn Lebenslust und Lebensfreude verschwinden, sollte man sich schnellstens eine Auszeit nehmen, z.B. Urlaub machen, sich Gutes tun und den Problemen auf den Grund gehen. Hol dir einfach Hilfe, du brauchst dich nicht zu schämen. Falls deine Suizidgedanken sehr häufig und über einen längeren Zeitraum auftauchen, könnte es sein, dass du an einer Depression leidest. In diesem Fall ist es hilfreich, wenn du dich an eine Beratungsstelle oder einen Arzt wendest.
Ich kann gut verstehen, dass du deiner Freundin helfen möchtest. Damit du besser mit ihr reden kannst, ist es wichtig, dass du über das Thema "Selbstverletzung" informiert bist! Daher zunächst einige wichtige Infos:

Beim Selbstverletzenden Verhalten (kurz: SVV) fügt sich eine Person selbst Verletzungen zu. Verletzungsmethoden können sein: sich verbrennen, sich selbst schlagen, sich die Haare ausreißen, sich Schnittwunden zufügen, den Heilungsprozess von Wunden unterbrechen, sich die Haut quetschen, sich selbst Knochen brechen.

Meist geschieht die Verletzung absichtlich, aber nicht unbedingt bewusst. Das bedeutet, dass sich die verletzende Person in einer Art Trance befinden kann und sozusagen unter dem Zwang steht, sich selbst eine Verletzung zuzufügen. Für viele Menschen ist das Selbstverletzende Verhalten nur schwer oder überhaupt nicht verständlich. Warum sollte sich jemand so etwas antun?

Selbstverletzendes Verhalten taucht selten grundlos auf, meist stecken Depressionen, Mißbrauchserfahrungen, schwere Zurückweisungen oder ähnliche seelische Schmerzen dahinter. Betroffene erklären, dass sie sich selbst verletzen,
um Spannungen abzubauen, die sich durch negative oder erdrückende Situationen aufgebaut haben,
um Kontrolle über den eigenen Körper zu spüren,
um seelische Schmerzen in körperliche Schmerzen umzuwandeln, weil sie dann greifbarer erscheinen,
um jene Wut auszuleben, die sie nicht nach außen, sondern nur gegen sich selbst richten können,
um emotionale Sorgen und Probleme auszudrücken und mitzuteilen.

Menschen, die sich selbst verletzen, sehen für sich keine andere Möglichkeit, mit ihren seelischen Qualen fertig zu werden. Wenn sie den Druck verspüren, sich selbst zu verletzen, so kämpfen sie oft lange dagegen an. Schaffen sie es nicht, dem Druck standzuhalten und fügen sich Verletzungen zu, dann fühlen sie zunächst eine große Erleichterung. Dieses Gefühl hält aber nur für eine kurze Zeit an und es entstehen Schuldgefühle und Selbstvorwürfe, weil man "Es" schon wieder getan hat. Diese Schuldgefühle führen dann oft dazu, sich erneut zu verletzen. Selbstverletzende Personen befinden sich sozusagen in einem Teufelskreis.

Aus diesem Teufelskreis muss auch deine Freundin ausbrechen. Dafür müsste sie erkennen, dass es auch andere Wege gibt, mit seelischen Verletzungen, mit Problemen und Konflikten umzugehen. Dazu braucht sie fachliche Hilfe. Mit der Unterstützung einer Psychologin kann sie herausfinden, welche anderen Möglichkeiten es gibt, dem Selbstverletzungszwang zu begegnen. Es geht auch darum zu schauen, gegen wen diese enorm aggressive Energie eigentlich gerichtet ist – meist gegen einen Menschen, der sie einmal sehr verletzt hat. Was du tun kannst, ist, deine Freundin darin zu bestärken, sich Hilfe zu holen. Ein Gespräch mit ihr könntest du vielleicht so beginnen: "Mir ist aufgefallen, dass du.....“ oder „Ich mache mir Sorgen um dich und möchte dir helfen. Willst du mir etwas erzählen?“ oder „Ich sehe, dass mit dir etwas nicht stimmt, was ist los?" Frag nicht nach dem "Warum", denn das würde sie zu sehr einengen. Mach ihr den Vorschlag sich an eine Beratungsstelle (z.B. an uns) zu wenden. Vielleicht braucht sie dann eine gewisse Zeit, um diesen Schritt tun zu können, aber das ist in Ordnung.

Inzwischen könntest du ihr anbieten, jederzeit für sie da zu sein. Für deine Freundin kann es in dem Moment, in dem sie den Drang verspürt, sich selbst zu verletzen, sehr hilfreich sein, mit jemandem zu sprechen. Du könntest sie zudem ermutigen, ihre Wut und ihren Zorn auch mal bei dir auszulassen, sozusagen bei dir zu üben.